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Ich kann alleine zum Orgasmus kommen, aber nicht mit einer anderen Person – warum?

I can orgasm on my own, but not with a partner—why?

Frage: 

Ich kann alleine zum Orgasmus kommen, aber nicht mit einer anderen Person – warum?

A: Zuerst einmal: Du bist nicht kaputt. Und das ist viel häufiger, als die meisten denken.

Wenn überhaupt, dann sagt die Tatsache, dass du alleine zum Orgasmus kommen kannst, etwas sehr Wichtiges: Dein Körper ist zu Lust, Erregung und Orgasmus fähig. Das bedeutet, dass es sehr wahrscheinlich eher um Kontext, Umgebung und die Veränderungen in Berührung und Empfindung geht, sobald eine andere Person ins Spiel kommt. 

Alleine zum Orgasmus zu kommen und mit einer anderen Person zu kommen, sind zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen. Wenn du für dich bist, gibt es keinen Druck, keine Erwartungen, niemanden, der zuschaut, und keinen Leistungsanspruch. Du weißt genau, was du magst, wie du es magst, und kannst ganz in deinem Körper bleiben.

Mit einer anderen Person kann sich das verändern. Du kannst vom Fühlen ins Denken rutschen, dich fragen, wie du aussiehst, wie lange es dauert oder ob es „funktioniert“. Und allein das kann Erregung unterbrechen und den Orgasmus schwerer erreichbar machen.

Es kann auch auf ein paar Schlüsselfaktoren hinauslaufen:

  • Die Art und Beständigkeit der Stimulation, an die du gewöhnt bist, im Vergleich zu dem, was mit einer anderen Person passiert
  • Kommunikation (oder ihr Fehlen) darüber, was für dich tatsächlich funktioniert
  • Sich sicher, entspannt und in der Lage fühlen, vollständig loszulassen
  • Leistungsdruck – deiner, ihrer/seiner oder beider
  • Den Prozess überstürzen, statt der Erregung Zeit zu geben, sich aufzubauen

Wenn das deine Erfahrung ist, ist es nichts, was du reparieren oder erzwingen musst. Es ist etwas, dem du neugierig nachgehen kannst.

  • Auf welche Art von Berührung reagiert dein Körper?
  • Was hilft dir, im Körper zu bleiben statt im Kopf?
  • Wie würde es sich anfühlen, zu führen statt aufzutreten?
  • Was verändert sich, wenn du das Tempo drosselst?

Hier sind meine wichtigsten Tipps, was du tun kannst …

  1. Erkunde, was sich gut anfühlt, ohne zum Endpunkt zu hetzen. 

    Je mehr du Empfindung statt Leistung in den Vordergrund stellst, desto leichter wird es, im Körper zu bleiben und Lust entstehen zu lassen.

  2. Sprecht miteinander darüber, was sich gut anfühlt und was nicht. 

    Über Sex zu sprechen ist nie leicht, aber Kommunikation ist der Schlüssel, um die Bedürfnisse der anderen Person besser zu verstehen. Wenn Worte schwerfallen, könnt ihr die Hände des anderen führen oder einfache Wörter wie weicher, langsamer oder fester benutzen. 

April Maria (Sex Educator & Intimacy Coach)